Morfin hat geschrieben:
Nur zurzeit finde ich das eher übertrieben. Eine Religion aus Integrationsgründen zu fördern kann nicht der richtige Weg sein.
Müssen wir nun mehr Buddhisten und Hindus in Deutschland haben, die sich schlecht integrieren, damit z.B. auch über Religionsunterricht für diese Religionen diskutiert wird?
Der Unterschied zu Buddhismus und Hinduismus ist, dass der Islam in Deutschland sehr weit verbreitet ist und viele Gläubige hat, die ihren Glauben ausführen wollen. Es ist ja nicht die Schuld muslimischer Gläubiger, dass kein Hinduismus-Unterricht und Buddhismus-Unterricht gefordert wird. Es sind halt Randerscheinungen.
Morfin hat geschrieben:
Ich glaube nicht, dass sich Angehörige des Islams durch die Islamisierung soviel besser integrieren.
Da benutzt du den Begriff Islamisierung schlicht und einfach falsch. Islamisierung bezeichnet die (starke) Verbreitung des Islams in bisher nicht musiimischen Ländern. Das passiert auch ohne Minarette und Religionsunterricht, wenn nur genügend Leute sich zusammenfinden.
Inwiefern die Anerkennung und Förderung der Ausübung die Integration fördert, lässt sich schwer einschätzen.
Sicher geht vom Islam eine gewisse Gefahr aus, wie auch vom Christentum und jeder anderen Religion, die Fanatiker und Fundamentalisten hat. Ich halte die Gefahr allerdings für sehr gering. Dass man die paar Extremisten rauskramt, ist reine Panikmache.
In Bezug auf die Religion gibt es Richtlinien, die die Medien bei der Berichterstattung beachten sollten, aber dies nicht tun.
Dazu gab es mal ein nettes Beispiel, wann welche Bezüge zu nennen sind:
Eine Frau ermordet ihre Tochter. Hier spielt die Religion keine Rolle, ob die Frau religiös war, bleibt zunächst völlig nebensächlich.
Sagt die Frau aus, ihre Tochter sei vom Satan besessen gewesen, kann genannt werden, dass die Frau religiös war. Welcher Religion sie angehörte, bleibt nebensächlich.
Erst, wenn die Frau gibt, ihr Priester/Guru/Schamane/... habe ihr gesagt, sie solle ihre Tochter umbringen, da sie vom Teufel besessen sei, lässt die Benennung der Religion zu.
Dass die Richtlinie fein säuberlich ignoriert wird, auch in Bezug auf Ausländer und Zuwanderer, muss ich vermutlich niemandem erzählen.
Morfin hat geschrieben:
Es reicht meiner Ansicht nach aus, wenn für jede Glaubensrichtung Kirchen vorhanden sind.
Religionsunterricht sollte über alle Religionen aufklären und diese kritisch betrachten.
Sehe ich durchaus ähnlich, allerdings meine ich, dass Religionsunterricht einen rein bildenden Charakter haben sollte, eine Wertung sei dabei weitesgehend zu vermeiden. Das ist natürlich aufgrund der Abgründe, die viele Religionen auftun, und die Ergründung der Ursachen für die Abgründe (ich meine hier z.B. Pädophilie in der katholischen Kirche) nicht möglich.